Zuzanna Skiba
Artist
Berlin, all over the World

Zuzanna ist 1968 in der Nähe der Ostsee in Koszalin als Tochter einer deutschstämmigen, ukrainischen Aussiedlerfamilie geboren. Beide Eltern sind in der Ukraine geboren, ein großer Teil ihrer Familie lebt nach wie vor dort. Im Jahre 1977 wanderte ihre Familie legal von Nordpolen nach Deutschland aus, was auf den positiven Einsatz des früheren deutschen Bundeskanzlers Dr. Helmut Schmidt zurückzuführen ist. Durch die Wiedereinwanderung erlebte Zuzannas Familie zwei Jahre Auffanglager mit Sprachunterricht in Friedland, Unna Massen und Bielefeld Teichsheide. Die Grundschule musste sie aufgrund bürokratischer Hürden insgesamt viermal wechseln, was für Zuzanna kein Problem war, die sicher ist, dass sie auch hierbei ihre Kreativität entwickelt hat. Doch die Spaltung und Flucht ihrer Familie brachte stets große Unruhe in ihr Leben: Seit sie denken kann, waren Anerkennung, Freiheit, Gerechtigkeit, Selbstbestimmung und Zugehörigkeit wichtige Themen. Zunächst in Bielefeld wohnhaft, absolvierte sie im dortigen Rathaus ein Ausbildung zur Kartographin, was ihr die Ausmaße und Distanzen klar machte, wie Menschen seit jeher gewandert sind. Sie liebte vor allem die Geländeschummerung,  die Thematische Kartographie und Schraffur. Überhaupt faszinierte sie die grenzenlose Vogel-Perspektive und sie vervollständigte mit Begeisterung ihren Lehrblock in Bad Godesberg, wo die Luftbildauswertung und Geländeerforschung präsent waren. Nach der Ausbildung folgte ein Design- und Kunst-Studium an der ehemaligen Werkkunstschule, der heutigen FH Design und Gestaltung am Oetkerpark in Bielefeld. Ihr Abschluss bestand Suzanna mit Bravour im Freien Zeichnen und der Malerei.

Die Verhüllung des Reichstags zog sie nach Berlin
Mit Beginn des Studiums 1991 widmete Zuzanna ihr ganzes Leben der Kunst. Sie verbrachte nach Beendigung des Studiums einige Monate in Groningen, Niederlande – 1995 besuchte sie als erste vom Dekan der Hochschule nominierte Erasmus-Stipendiatin die Kunstakademie Minerva. Im Sommer 1995 reiste sie nach Berlin und sah Jeanne Claudes und Christos Projekt Die Verhüllung des Reichstags und fasste den Beschluss in Berlin zu leben, obwohl sie hier noch niemanden kannte. Die Wiedergeburt eines so wichtigen politischen Gebäudes und die friedliche Stimmung wirkten auf Suzanna unglaublich bewegend. Im Herbst 1995 zog sie endgültig nach Berlin, wo der ganzen Welt wenige Jahre nach dem Mauerfall die Themen Grenzen und Sehnsucht nach Freiheit und Weltoffenheit deutlich vor Augen geführt wurden. Erst im politischen Berlin wurde ihr klar, wie wichtig Kunst ist und eine eigne Stimme entwickeln kann.

Ansätze der künstlerischen Arbeit
Suzannas Beruf als Bildende Künstlerin bietet ihr maximale Freiheit, die Dinge, die sie bewegen, zu visualisieren. Dabei hat sie grundsätzlich keine Richtlinien, sondern holt sich während des Arbeitsprozesses alles aus ihrem Kopf, was sie zum Arbeiten braucht– wie aus einer Enzyklopädie-Reihe. Durch ihre von Flucht, Krieg und Tod geprägte Familiengeschichte, ein klassisches akademisches Studium und ihre vielen Reisen kann sie auf viele Bilder und Studien zurückgreifen und mag es, wenn sich die Bilder in ihrem Kopf verselbständigen. Wenn sie sich darin verliert, ist das ein gutes Zeichen. Für 2018 sind bereits mehrere Gruppen- und Soloausstellungen geplant. Außerdem nimmt Zuzanna gerade an der 14. Internationalen Biennale in Serbien teil. Als Bildende Künstlerin und ausgebildete Kartographin konzipierte und kuratiert Suzanna ihre eigene, sehr erfolgreiche Ausstellungsreihe Das Verortete Verlangen_Kunst & Kartographie. Hier kann sie alle Punkte auch philosophisch zusammenfassen. Heute arbeitet Suzanna international im Kontext der Bildenden Kunst, der Wissenschaft Kartographie und Magnetfeldern, stets mit einer unverkennbarer entwickelten Handschrift. Zuletzt erhielt sie im Jahre 2016 das Stipendium der Käthe Dorsch & Agnes Straub Stiftung in  Berlin, ebenso das ArbeitsStipendium für die einsame Residenz auf der Insel Fruholmen zum Thema Drama in der Landschaft am Nordkap in Zusammenarbeit mit der Universität Bergen in Norwegen. Auf der Insel schrieb sie Texte für ein Theaterstück, machte Landart, entwickelte Performances und entwickelte etliche Arbeiten zu ihrem Thema Magnetfelder. Seit 2015 ist Suzanna Mitglied beim Deutschen Künstlerbund e.V. Für den Eintrag in ihren Newsletter oder für einen Besuch in ihrem Atelier in Norden von Berlin bitte unter ihrer E-Mail Adresse melden.

Zuzanna was born in Koszalin near the Baltic Sea in 1968 as the daughter of a German-born Ukrainian ethnic German family. Both parents were born in the Ukraine, a large part of their family still lives there. In 1977, her family immigrated legally from northern Poland to Germany, thanks to the the positive efforts of former German Chancellor Dr. Helmut Schmidt. Due to the re-immigration, Zuzanna’s family had two years of reception with language classes in Friedland, Unna Massen and Bielefeld Teichsheide. The elementary school had to change four times due to bureaucratic hurdles, which was not a problem for Zuzanna, who is sure that she also developed her creativity here. But the division and flight of her family has always brought great unrest in her life: Since she can think, recognition, freedom, justice, self-determination and belonging were important issues. First living in Bielefeld, she completed an apprenticeship as a cartographer in the local town hall, which made it clear to her the dimensions and distances how people have always wandered. She especially loved the terrain, the thematic cartography and hatching. In general, she was fascinated by the boundless bird perspective and she enthusiastically completed her teaching block in Bad Godesberg, where aerial photography and field exploration were present. Afterwards she studied design and art at the former Werkkunstschule, today’s FH Design und Gestaltung at Oetkerpark in Bielefeld. Suzanna’s fulfilled her studies with distinction in outdoors drawing and painting.

The veiling of the Reichstag drew her to Berlin
Whit the beginning of her studies in 1991, Zuzanna dedicated her entire life to art. After completing she spent several months in Groningen, the Netherlands – in 1995 she was the first Erasmus fellow nominated by the dean of the university to attend the art academy Minerva. In the summer of 1995, she traveled to Berlin and saw Jeanne Claude and Christo’s project The Veiling of the Reichstag and decided to live in Berlin, although she knew no one here. The rebirth of such an important political building and the peaceful mood were incredibly moving for Suzanna. In the autumn of 1995, she finally moved to Berlin, where the issues of borders and longing for freedom and cosmopolitanism were clearly brought to the attention of the whole world a few years after the fall of the Berlin Wall. Only in political Berlin did she realize how important art is and how to develop an own voice.

Approaches of artistic work
Suzanna’s profession as a visual artist offers her maximum freedom to visualize the things that move her. She basically has no guidelines, but gets everything out of her head during the work process, what she needs to work – like from an encyclopedia series. Through her history of death, escape and war, a classical academic study and her many travels, she can draw on many pictures and studies and she likes it when the images in her head become independent. If she loses it, that’s a good sign. Several group and solo exhibitions are planned for 2018 already. In addition, Zuzanna is currently participating in the 14th International Biennale in Serbia. As a visual artist and trained cartographer, Suzanna conceived and curated her own, very successful exhibition series Das verortete Verlangen_Kunst & Kartographie. Here she can summarize all points philosophically. Today, Zuzanna works internationally in the context of fine arts, science cartography and magnetic fields, always with an unmistakable developed handwriting. Most recently, she received a scholarship from the Käthe Dorsch & Agnes Straub Foundation in Berlin in 2016, as well as the working scholarship for the lonely residence on the island of Fruholmen on drama in the landscape at the North Cape in collaboration with the University of Bergen in Norway. On the island, she wrote lyrics for a play, made land art, developed performances and developed a number of works on her subject magnetic fields. Suzanna also has been a member of the Deutscher Künstlerbund e.V. since 2015. For the entry in her newsletter or for a visit to her studio in the north of Berlin, please use her e-mail address.